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Unsere Waldspielgruppe für Kinder von 2 bis 4 Jahren

Die Kinder sind von Montag bis Freitag von 7.30 bis 12.00 Uhr bei fast jedem Wetter im Wald.
Danach haben die Kinder die Möglichkeit der Übermittagsbetreuung.

Es besteht die Möglichkeit, die Kinder auch für 2 oder 3 Tage für die Waldgruppe anzumelden.
 

Schnecke Waldkinder (10)

Kinder-Café Lollypop / Waldkindergarten

1.Idee

Die Elterninitiative Kinder-Café Lollypop e.V. bietet seit 1995 ein vielseitiges Angebot für Kinder im Kleinkindalter und ihre Eltern. Die Angebotspalette reicht von wöchentlich stattfindenden Krabbelgruppen bis zur täglichen Kleinkindbetreuung für Kinder zwischen 2 und 4 Jahren. Ab September 2007 wird dieses Spektrum durch eine Waldgruppe bereichert, die wald- und naturpädagogisch ausgerichtet sein wird.

2.Rahmenbedingungen der Waldgruppe

2.1. Gruppengröße und Altersstruktur

In der Waldgruppe werden maximal 12 Kinder im Alter zwischen 2 und 4 Jahren betreut.

2.2. Personal

In der Waldgruppe arbeiten zwei pädagogische Fachkräfte.

2.3.Öffnungszeiten

Die Waldgruppe findet zwei- bis dreimal wöchentlich für 4 Stunden statt.
Die derzeitigen Öffnungszeiten sind: Montag bis Mittwoch von 7.30 – 12.00 Uhr

Eine Über-Mittag-Betreuung ist möglich.

Die Waldgruppe wird in den Weihnachtsferien sowie für 3 Wochen in den Sommerferien geschlossen sein.

2.4. Gelände/ Wald

Es steht das Waldgelände Forstrevier Dünnwald/ Hornpott – Abteilung 241 zur Verfügung.

Die Waldgruppe bleibt mobil, das heißt: Es werden keine festen Behausungen und Toiletten aufgebaut. Des Weiteren verpflichtet sich die Waldgruppe, die geltenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere der forst-, naturschutz-, jagd- oder abfallrechtlichen Vorschriften, einzuhalten.

2.5. Unterkunft

Treffpunkt ist unser Bauwagen.
Als trockene und sichere Unterkunft (vor allem im Winter) dient ein Gruppenraum im Kinder-Café Lollypop.

Im Wald werden die Kinder durch eine Universalplane (4x6m) vor leichtem Regen geschützt.

2.6. Grundausrüstung

Bollerwagen mit Plane

  • Universalplane (4x6m), Seile, Heringe
  • Notfallapotheke/ Rettungsdecke
  • Handy mit Notfallnummern
  • Thermosflaschen
  • Wasserkanister, Seife, Handtücher
  • Lupen, Becherlupen, kleine Spiegel
  • Taschenmesser
  • Schaufeln, Seile
  • Reservekleidung
  • Werkzeugkiste (Sägen, Gummihammer, usw.)
  • Bastelmaterial (Scheren, Draht, Leim, Farben, usw.)
  • Bestimmungsbücher, laminierte Karten
  • WC-Papier, Taschentücher, Feuchttücher, Windeln
  • Isomatten
  • Müllbeute

2.7. Ausrüstung der Kinder

Der wichtigste Witterungsschutz für die Kinder ist eine geeignete, wetterfeste und wärmende Kleidung (Zwiebelprinzip).

Informationen über Kleidung, Rucksack, Frühstück, Zecken und Fuchsbandwurm werden rechtzeitig an die Eltern gegeben.

2.8. Elternarbeit

Vor Aufnahme eines Kindes werden die Eltern ausführlich über das pädagogische Konzept und über die Besonderheiten der Betreuung ihres Kindes in der Waldgruppe informiert.

Ein reger Austausch zwischen Erzieherinnen und Eltern wird angestrebt.

Es wäre erwünscht, wenn sich Eltern oder Großeltern für die Arbeit in der Waldgruppe interessieren und diese unterstützen.

2.9.Versicherungsschutz

Die Kinder sind über das Kinder-Café Lollypop e.V. in der gesetzlichen Unfallversicherung LUK versichert.

2.10.Finanzierung

Der monatliche Beitrag ist laut Vertrag für die Spielgruppen des Kinder-Cafés Lollypop e.V. zu entrichten. Des Weiteren ist eine Vereinsmitgliedschaft erwünscht.

3. Pädagogische Ziele

In unserer Gesellschaft findet Kindheit immer weniger draußen statt. Viele Kinder wachsen heute in einer Umgebung auf, die ihnen nur wenige Möglichkeiten bietet, sich und ihre Umwelt mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu erleben. Das Spielen in der Natur, das Balancieren über Baumstämme oder das freie Laufen und Toben im Wald, ist für viele Kinder keine Selbstverständlichkeit mehr. Dies bleibt nicht ohne weitergehende Konsequenzen für die kindliche Entwicklung: Immer mehr Kinder haben körperliche Entwicklungsstörungen (wie Haltungsschäden, muskuläre Schwächen und Koordinationsstörungen). Die Möglichkeiten, Kreativität auszuleben, nehmen ab. Wahrnehmungen sind oft auf visuelle Reize reduziert. Damit sind die Möglichkeiten zum ganzheitlichen Erleben eingeschränkt und damit auch die daraus erwachsende Fähigkeit komplexe Sachzusammenhänge zu begreifen, zu analysieren und zu denken.

Nicht zuletzt hat die Distanz, die ein Großteil unserer Gesellschaft zur Natur erlebt, dazu geführt, dass unsere Umwelt schon in weiten Teilen geschädigt ist.

Umsichtig begleitete Naturerfahrungen können deshalb von zentraler Wichtigkeit für die kindliche Entwicklung sein. Die Reichhaltigkeit und Komplexität eines Waldes bietet hierbei vielfältige und differenzierte Wahrnehmungsmöglichkeiten und Lernerfahrungen. Die Primärerfahrungen im Wald, das selbstständige Entdecken und Begreifen können didaktische Materialien und trockene Theorien ersetzen. Zugleich schafft das unmittelbare Erleben der Natur eine grundlegende Voraussetzung für die Bereitschaft zu umweltgerechtem Bewusstsein und Verhalten bereits im Kleinkindalter. Indem die Kinder eine liebevolle Beziehung zur Natur entwickeln, wird es ihnen zur Selbstverständlichkeit ihre Umwelt und den sie umgebenden Lebensraum zu schützen. Sie erleben die Jahreszeiten und werden an einfache Zusammenhänge zwischen Klima, Pflanzen und Tiere herangeführt. Sie werden für Biotope und andere schützenswerte Flächen genauso sensibilisiert wie für das Verständnis in der Natur keinen Abfall zu hinterlassen.

Das Ziel der Waldgruppe besteht nun darin, Kindern durch den Aufenthalt im Wald Freiräume zu geben, um vielfältige Erfahrungen machen zu können.

„Ein einziges Blättchen Erfahrung ist mehr wert

als ein ganzer Baum voll guter Ratschläge.“       (aus Litauen) 

4. Schwerpunkte

4.1. Bewegung ermöglichen

Das Kind hat ein natürliches Bewegungsbedürfnis. Dieses genügend zu befriedigen ist Grundvoraussetzung für Lernen und Denken.

Im Wald können die Kinder ihren starkem Bewegungsdrang altersgemäß ausleben. Sie hüpfen, rennen, klettern, rutschen, balancieren und probieren ständig neue Dinge aus. Dadurch spüren sie ihren Körper, lernen Bewegungen zu koordinieren, Kraft zu dosieren und entwickeln ihren Gleichgewichtssinn weiter.

„Wichtig allein ist, dass das Kind seinem inneren Antrieb folgt,

eine körperliche Aktivität zu entwickeln, in der es seinen Körper

und seine Umgebung zu meistern lernt.“            (A.J.Ayres)

4.2. Grunderfahrungen machen – Erleben mit allen Sinnen

Die elementare Bedeutung von Sinneserfahrungen in der frühen Kindheit ist nachgewiesen und unbestritten. Der Wald bietet eine Fülle von Sinnesreizen, die das Kind zum lustvollen Ausprobieren ermuntert. Das Spielen mit Matsch, das vorsichtige Aufheben eines Regenwurms, das wackelige Gehen im unebenem Gelände, das Liegen und Rollen im nassen Gras, das Lauschen und Zuordnen von Geräuschen, das Wahrnehmen von Wind, Regen, klammen Fingern und wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut ergänzen die häuslichen Erfahrungen um ein Vielfaches.

4.3.Soziales Lernen

Im Wald sind wir besonders aufeinander angewiesen. Regeln aufstellen und einhalten ist von großer Bedeutsamkeit.

Gruppenzugehörigkeit, Verlässlichkeit und Mithilfe sind wichtig. Ganz abgesehen davon machen Abenteuer allein nicht so viel Spaß : Tippis bauen, klettern, Schatzsuche, Rollenspiele, Fuchs und Hase, Fangen, Verstecken uvm..

Die Waldgruppe ist eine ideale Grundlage für ein natürliches soziales Lernfeld.

4.4. Grundstein für freudiges Lernen

Ausreichende Bewegung erleichtert die Konzentrationsfähigkeit. Die Natur erfordert saisonales und flexibles Arbeiten.

Durch das Erkennen und Verstehen von Zusammenhängen und Suchen von Lösungswegen wird das Kind zum Lernen motiviert.

4.5. Situations- und projektorientiertes Lernen

Die Erzieherinnen arbeiten in einer ausgewogenen Mischung situationsorientiert und projektbezogen. Dabei reagieren sie zum einen spontan auf aktuelle Gegebenheiten, zum anderen planen sie gezielt spezifische Angebote und Projekte. So kann in Einzel- und Kleingruppenprojekten mit physikalischen Experimenten wie Schwerkraft, Fliehkraft, Wasser, Wind und Feuer auf die verschiedenen Begabungen und Interessen eingegangen werden.

4.6. Stille bedeutet mehr als das Fehlen von Lärm

In der heutigen hektischen und schnelllebigen Welt sind stille Räume rar. Deshalb ist die Stille, die im Wald zumeist vorherrscht, von unschätzbarem Wert. Das Fehlen von Lärm erleichtert es den Kindern sich auf bestimmte Menschen, Tiere, Pflanzen, etc. zu konzentrieren. Stille erhöht die Möglichkeit der Kinder sich selbst zu erfahren und ihre innere Ruhe zu finden. Sie gibt den Raum für die Einordnung und Verarbeitung von sinnlichen Wahrnehmungen, für intensive Erlebnisse und dem Nachgehen von Gedanken.

4.7.Eigenaktive Persönlichkeitsförderung – tätig sein

Der Wald fordert die Kinder heraus, sich ihren Spielinhalt selbst zu geben. Die Kinder bedienen sich des herumliegenden Materials und verwandeln es in ihr gewünschtes Spielzeug. Da wird ein abgebrochener Ast zu einem Schwert, Moos zu einem Puppenbett und der alte Baumstumpf ist doch eindeutig ein Piratenschiff.

Ziel ist es, im Kind Eigenaktivität zu wecken.

Beim spielerischen Bezwingen von natürlichen Hindernissen (wie Wurzeln oder Baumstämmen) lernen Kinder sich selbst richtig einschätzen, ihre Ängste überwinden und gewinnen Selbstvertrauen.

Das Kennenlernen und Überwinden der eigenen Grenzen ist ein wichtiger Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung.

4.8. Liebevolle Achtsamkeit entdecken – Entdeckendes Lernen

Kinder wollen das Echte erleben. Sie werden von der lebendigen Umgebung innerlich stark berührt.

Staunen, Anteilnahme und Bewunderung werden im Kind ausgelöst. Entsprechend tief gehen diese wahren Erlebnisse und bilden so einen wertvollen Erfahrungsreichtum.

Der tägliche Kontakt mit kleinen Lebewesen und Pflanzen ruft im Kind Behutsamkeit hervor. Statt Puppen werden Käfer und Ameisen betreut.

Doch auch die rauen Seiten der Natur erleben wir, z. B. wenn wir bei Sturm oder Gewitter die sichere Unterkunft aufsuchen müssen.

4.9. Sprachliche und kognitive Fähigkeiten

Beim Spielen und Experimentieren mit selbst gefundenen „Waldschätzen“, wird neben der Fantasie und Kreativität auch die Sprachentwicklung gefördert. Die Kinder bezeichnen Spielmaterialien und Spielstellen, lernen einfache Fachbegriffe, teilen sich anderen mit und lernen auch zu zuhören.

Der Wald fordert die Kinder heraus, sich ihren Spielinhalt selbst zu geben. Die Kinder bedienen sich des herumliegenden Materials und verwandeln es in ihr gewünschtes Spielzeug. Da wird ein abgebrochener Ast zu einem Schwert, Moos zu einem Puppenbett und der alte Baumstumpf ist doch eindeutig ein Piratenschiff.

Ziel ist es, im Kind Eigenaktivität zu wecken.

„Die Kinder lernen handelnd denken.“      (Jean Piaget)

4. 10.Brauchtumspflege – Feiern der Feste im Jahreskreislauf

Der Wald bietet eine stimmungsvolle Kulisse für die über das Jahr anfallenden Feste.

Sankt Martin, Nikolaus-, Weihnachts- und Osterfest sowie Karneval werden im Wald vorbereitet und teilweise mit den Eltern gemeinsam dort gefeiert.

Die Geburtstage der Kinder werden zusammen mit den anderen Kindern im Wald gefeiert.                              

Köln, den 10. Juli 2007

 

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